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Infektionen

WELCHE URSACHEN KOMMEN FÜR HARNWEGSINFEKTIONEN IN BETRACHT?

Im den meisten Fällen sind Schmerzen beim Wasserlassen entzündlich bedingt. Für diese Harnwegsinfektionen (HWI) sind Frauen aufgrund ihrer natürlichen, anatomisch kurzen Harnröhre anfälliger als Männer. Erreger können hier leichter durch die Harnröhre aufsteigen. Zumeist sind hierfür Bakterien aus dem Darmtrakt verantwortlich.

Beim Mann können sich Harnwegsinfektionen zudem auf die Hoden, Nebenhoden oder die Prostata ausweiten. Bei sexuell aktiven Männern und Frauen kann die zugrundeliegende Infektion beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Häufige Keime bei sexuell übertragbaren Erkrankungen (sexual transmitted disease, STD) des Urogenitaltrakts sind Chlamydien, Neisserien (Tripper, Gonorrhöe), Treponemen (Syphilis), Mykoplasmen und Pilze (Mykose).

Auch mangelnde oder übersteigerte Intimhygiene, die den schützenden pH-Wert der Intimregion zerstören und das Wachstum von Bakterien oder Pilzen begünstigen, können Ursache für eine Harnwegsinfektion sein.

Bei Behandlungen mit Antibiotika, Zytostatika oder immunsupprimierenden Substanzen sowie bei hormonelle Veränderungen (Postmenopause, lokaler Östrogenmangel) können ebenfalls zu einer Störung der natürlichen Intimflora führen und pathogenen Keimen eine Besiedlung ermöglichen.

Als dritter Faktor – neben der Intimhygiene und Immunabwehr – können strukturelle oder funktionelle Veränderungen im Bereich des Harntraktes Infektionen begünstigen, z.B. das Vorliegen einer Blasenentleerungsstörung (Restharnbildung, dysfunktionelle Miktion), von Divertikeln oder eines Rückstroms von Urin in einen Harnleiter oder das Nierenbecken (vesikoureteraler Reflux).

Die am häufigsten nachgewiesenen Erreger bei Harnwegsinfektionen sind:

  • Escherichia coli (natürliches Darmbakterium)
  • andere Enterobakterien wie Klebsiellen oder Proteusarten sowie diverse Entero- oder Staphylokokken
  • Chlamydien (Chlamydia trachomatis)
  • Neisseria gonorrhoeae (Gonorrhoe, Tripper)
  • Candida albicans (Hefepilz)

WELCHE BESCHWERDEN KÖNNEN BEI HARNWEGSINFEKTIONEN AUFTRETEN?

Die klinische Symptomatik gestaltet sich sehr variabel und ist insbesondere von den betroffenen Organen abhängig: Schmerzen wie Brennen beim Wasserlassen (Algurie) sind relativ unspezifisch und können sowohl bei Harnröhren- als auch Harnblasenentzündungen auftreten. Typisch ist dann ein erhöhter Harndrang (Urge), einhergehend mit häufigen Toilettengängen bei geringen Miktionsvolumina (Pollakisurie). Auch eine Beimengung von Blut im Urin (roter Urin, Hämaturie) kann auftreten.

Flankenschmerzen und Fieber können auf eine Beteiligung der Nieren hindeuten. Je nach Mitbeteiligung und Lokalisation können weitere Beschwerden wie Bauch- oder Unterleibsschmerzen, bei Mitbeteiligung der Prostata häufig ausstrahlend in die Dammregion, vorkommen.

WAS KÖNNEN SIE SELBST TUN?

Eine Infektion der ableitenden Harnwege sollte dringend ärztlich abgeklärt und behandelt werden. Im Verlauf kann die Infektion durch progredientes Aufsteigen entlang der Harnleiter (Ureteren) auch das Nierenbecken (Pyelon) und die Nieren befallen (Pyelonephritis) und zu einem gefährlichen Funktionsverlust führen. Auch ein Übertritt von Bakterien in die Blutbahn (Urosepsis) ist möglich. Sollten Sie häufiger oder akut unter den oben genannten Beschwerden leiden oder Blut im Urin bemerken, suchen Sie bitte Ihren Arzt auf.

WAS ERWARTET SIE BEI IHREM ARZT?

Zunächst führe ich ein ausführliches Gespräch (Anamnese) über Ihre aktuellen Beschwerden, hier geht es auch um zurückliegenden Beschwerden und eventuell bestehenden Erkrankungen.

Mit folgenden Fragen können Sie rechnen:

  • Seit wann haben Sie die Beschwerden?
  • Können Sie eine genaue Charakterisierung und gegebenenfalls Lokalisation vornehmen?
  • Wie häufig suchen Sie die Toilette auf und wie würden Sie Ihre Blasenentleerung beschreiben?
  • Leiden Sie unter nächtlich vermehrtem Harndrang (Nykturie)?
  • Haben Sie Blut oder sonstige Veränderungen im Urin bemerkt?
  • Haben sich im Verlauf der Symptomatik Veränderungen ergeben?
  • Leiden Sie unter zusätzlichen Beschwerden, wie beispielsweise Fieber, Rücken- oder Bauchschmerzen, einem allgemeinen Krankheitsgefühl?
  • Hatten Sie ähnliche Beschwerden bereits in der Vergangenheit?
  • Bestehen aktuell Vorerkrankungen (z.B. ein Steinleiden, Diabetes mellitus, Fehlbildungen) und werden diese behandelt?
  • Sind Sie an den harnableitenden Organen operiert worden?
  • Nehmen Sie aktuell Medikamente ein?
  • Sind Ihnen Allergien bekannt?
  • Leiden Sie unter Stress im Alltag?

WELCHE UNTERSUCHUNGEN WERDEN IM REGELFALL DURCHGEFÜHRT?

Die weitere Diagnostik hängt von Ihren Beschwerden (Symptomen) ab und kann folgende Untersuchungen einschließen:

  • klinische Untersuchung
  • ggf. eine Tastuntersuchung der Prostata
  • Urinuntersuchung (Urinstatus, Urinsediment, Urinbakteriologie)
  • Ultraschalluntersuchung (Sonografie) zur Beurteilung der Nieren und des harnableitenden Systems einschließlich einer Restharnbestimmung. Bei Männern werden zudem die Prostata und je nach Beschwerden auch die Hoden und Nebenhoden beurteilt
  • ggf. eine Blutentnahme (z.B. Entzündungsparameter, kleines Blutbild, Leber- und Nierenfunktion, Blutzuckerspiegel, Prostata-spezifische Werte, mikrobiologischer Erregernachweis)
  • ggf. eine Blasenspiegelung (flexible Zystoskopie in lokaler Betäubung, insbesondere bei rezidivierenden Harnwegsinfektionen)

WELCHE THERAPIEMÖGLICHKEITEN STEHEN ZUR VERFÜGUNG?

Harnwegsinfektionen können durch Bakterien, Pilze oder auch Viren verursacht werden. Die Identifizierung ist Grundlage einer zielgerichteten und erfolgreichen Therapie. Neben der klassischen Antibiotikagabe stehen moderne, komplementäre Therapieverfahren insbesondere auch bei rezidivierenden Harnwegsinfektionen (Prävention) zur Verfügung.

Die individuelle Therapie richtet sich nach Ihrem Beschwerdebild, der durchgeführten Diagnostik und dem Erregerspektrum. Folgende Wirkstoffklassen können eingesetzt werden:

  • Antibiotika (bakterieller Infekt)
  • Antimykotika (Pilzbefall)
  • Virustatika (virale Infektion, selten)
  • Pflanzliche Wirkstoffe (ggf. individuelle Austestung – erregerspezifisch)
  • Ergänzend kann eine symptomatische Behandlung (schmerzlindernd, krampflösend) erfolgen.

WELCHE VORBEUGENDEN MASSNAHMEN KÖNNEN SIE DURCHFÜHREN?

Kleine Verhaltensmodifikationen machen oftmals schon eine gute Prävention möglich:

  • Achten Sie beim Toilettengang auf die richtige Richtung der Papierbenutzung: Von vorne nach hinten. So kann eine versehentliche Übertragung von Darmbakterien in die Harnröhre (Inokulation) vermieden werden.
  • Eine gesunde Intimhygiene – regelmäßig, aber nicht übertrieben! Bestenfalls mit klarem Wasser, vermeiden Sie Intimlotionen oder Intimsprays.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Trinkmenge (gesteigerte Diurese).
  • Bei postkoitalen Infekten kann eine Entleerung der Harnblase direkt nach dem Geschlechtsverkehr sinnvoll sein (miktionelle Keimelimination). Zudem kann ggf. ein Wechsel der Kontrazeptionsmethode in Rücksprache mit Ihrem Arzt erfolgen.
  • Liegt eine sexuell übertragbare Erkrankung (STD) vor, muss eine zeitgleiche Partnerbehandlung erfolgen, wenn dieser unter den gleichen Symptomen leidet bzw. ein entsprechender Erregernachweis geführt wurde (erneute Übertragung – „Pingpong“ Effekt).

WELCHE PROGNOSE KÖNNEN SIE ERWARTEN?

Die meisten Harnwegsinfektionen verlaufen unter einer zielgerichteten Therapie relativ unkompliziert. Nach ca. zwei bis drei Tagen lassen die Beschwerden im Regelfall deutlich nach. Denken Sie bitte daran, Ihre Medikamente wie verordnet einzunehmen, um ein Rezidiv oder eine Resistenzentwicklung zu vermeiden.

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